Das Mauswiesel (Mustela nivalis), auch Zwerg- oder Kleinwiesel oder volkstümlich Hermännchen genannt, ist eine Raubtierart aus der Familie der Marder (Mustelidae). Neben dem Hermelin ist es die zweite in Mitteleuropa heimische Art der Wiesel.

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Marder (Mustelidae)
Unterfamilie: Mustelinae
Gattung: Mustela
Art: Mauswiesel

Wissenschaftlicher Name

Mustela nivalis
(Linnaeus, 1766)
Der Körperbau

Das Mauswiesel ist der kleinste Vertreter der Raubtiere überhaupt, wenn es auch in ihrem großen Verbreitungsgebiet erhebliche Größenunterschiede gibt. So schwankt die Kopfrumpflänge zwischen 11 uns 26 Zentimeter, die Schwanzlänge zwischen 2 und 8 Zentimeter und das Gewicht zwischen 25 und 250 Gramm. Die Tiere in Nordamerika werden generell kleiner als die Tiere in Eurasien, diese werden dort als Least Weasel („Kleinstes Wiesel“) bezeichnet. Ebenso sind Weibchen durchschnittlich kleiner und leichter als die Männchen.
Wie beim Hermelin kann es auch bei Mauswieseln zu einem jahreszeitlich bedingten
Fellwechsel kommen. Im Sommer sind sie an der Oberseite braun und an der Unterseite weiß gefärbt, das Winterkleid ist komplett weiß, im Gegensatz zum Hermelin ist dabei auch ihre Schwanzspitze weiß. Diese Fellwechsel findet allerdings nur im äußersten Norden des Verbreitungsgebiets und im Hochgebirge statt und unterbleibt zum Beispiel in Deutschland ganz.

Das Verbreitungsgebiet und der Lebensraum

Mauswiesel sind nahezu in der gesamten Paläarktischen Region sowie in Nordamerika beheimatet. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Westeuropa bis Japan und China und schließt im Gegensatz zum Hermelin auch den Mittelmeerraum und das nördliche Afrika mit ein. Nur in Irland, Island und den arktischen Inseln leben sie nicht. In Nordamerika sind sie in Alaska, nahezu ganz Kanada und dem Norden der USA verbreitet. In Neuseeland wurde die Art eingeführt.
Mauswiesel bewohnen eine Reihe von Habitaten, darunter Waldränder, Grasländer, Tundren, Steppen und Halbwüsten
, Grünland- und Weinbergsbrachen,  Wiesen und Weiden. Insbesondere in landwirtschaftlich genutzten Gebieten erreichen sie im Sommer hohe Populationsdichten. Zur Fortbewegung und Jagd werden lineare Strukturen wie Hecken, ungepflegte Gräben, Altgrasstreifen und Feldränder genutzt. Tiefe Wälder, Wüsten sowie Gebirge über 3000 Meter Seehöhe werden gemieden.  

Die Lebensweise

Mauswiesel können sowohl bei Tag als auch bei Nacht unterwegs sein, in den meisten Fällen sind sie allerdings dämmerungs- oder tagaktiv. Als Deckung und Unterschlupf beziehen sie Felsspalten, hohle Baumstämme, Steinhaufen oder Baue anderer Tiere. Die Nester werden mit trockener Vegetation, Haaren oder Federn ausgekleidet.
Diese Tiere leben außerhalb der Paarungszeit vermutlich einzelgängerisch. Sie sind bei guten Nahrungsverhältnissen standorttreu. Die Reviergröße beträgt bei Männchen bis zu 50 Hektar, bei Weibchen rund 1 bis 4 Hektar. Die Grenzen ihres Territoriums werde mit dem Sekret ihrer Analdrüsen markiert. Das Revier eines Männchens kann sich mit dem eines oder mehrerer Weibchen überlappen. Männchen leben in der Hauptpaarungszeit von März bis Oktober in der Regel nomadisch auf der Suche nach fortpflanzungsfähigen Weibchen. Begegnungen mit anderen Männchen werden dabei vermieden, können aber auch in aggressiven Auseinandersetzungen enden.

Die Nahrung

Die Nahrung der Mauswiesel besteht vorrangig aus Kleinsäugern, insbesondere Nagetieren und Hasen. Sie sind klein genug, um selbst in die Gänge von Mäusen zu kriechen um dort auf Mäusejagd zu gehen. In England wurde in den 1980er Jahren herausgefunden, dass Feldmäuse 55%, Kaninchen 19% und Vögel 15% der Beute ausmachen. Aufgrund ihres sehr engen Nahrungsspektrums sind Mauswiesel an Lebensräume mit einer Mindest-Mäusedichte gebunden, wobei sie kurzzeitig und jahreszeitenabhängig auch auf andere Nahrung wie Vögel bzw. deren Eier, Junghasen oder Eidechsen ausweichen können. Aufgrund ihres hohen Grundumsatzes sind diese kleinen Raubtiere jedoch auf eine kontinuierliche Deckung ihres Energiebedarfs angewiesen. Wenn es in ihrem Lebensraum keine Kaninchen gibt, steigt der Wühlmausanteil an der Nahrung auf teilweise über 80% und im Winter sogar auf 100%. Das Beutespektrum ist so wesentlich geringer als beim Hermelin, Mauswiesel haben sich stärker spezialisiert. 

Die Fortpflanzung und Lebenserwartung

Die Paarung kann das ganze Jahr über erfolgen, auch in den arktischen Regionen im Winter, solange nur genug Nahrung vorhanden ist. Höhepunkt der Fortpflanzungssaison ist allerdings im Frühling und Spätsommer, unter günstigen Voraussetzungen kann ein Weibchen auch zweimal im Jahr Nachwuchs bekommen. Die Tragzeit dauert rund 34 bis 37 Tage, die Wurfgröße liegt bei durchschnittlich fünf und kann von 3 bis 10 variieren. Neugeborene sind sehr klein (1,5 Gramm) und blind, nach einem Monat öffnen sie die Augen, nach eineinhalb bis zwei Monaten werden sie entwöhnt. Weibchen werden mit drei Monaten geschlechtsreif und können sich in ihrem ersten Lebensjahr bereits fortpflanzen.
Viele Tiere sterben in ihrem ersten Lebensjahr, in freier Wildbahn können sie ein Alter von maximal 3 bis 5 Jahren erreichen. Zu ihren natürlichen Feinden zählen unter anderem Greifvögel, Eulen, Füchse und auch Hermeline. In Gefangenschaft können Mauswiesel sogar bis zu 9 Jahre alt werden.

Das Mauswiesel und der Mensch

Da Mauswiesel sich vorrangig von als Schädlingen angesehenen Nagetieren ernähren, wird ihnen mit Wohlwollen begegnet. Sie wurden auch zu diesem Zweck gehalten und in einigen Inseln und Regionen eingeführt, die nicht zu ihrem ursprünglichen Lebensraum gehörten. Die Jagd auf ihr Fell spielt in Gegensatz zu verwandten Arten nur eine sehr untergeordnete Rolle. Regional können Populationen durch Zerstörung ihres Lebensraumes bedroht sein, global gesehen zählen Mauswiesel aber nicht zu den bedrohten Arten. Auch wenn man sie in der Natur nur extrem selten zu Gesicht bekommt, ist ein Vorkommen von Mauswieseln in beinahe jedem Lebensraum zu erwarten.

Literaturhinweis

-Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN: 0801857899

-Bettina Schmitt: Das Mauswiesel in der Kulturlandschaft: Abundanz, Reviersysteme und Habitatnutzung. Laurenti-Verlag, 2006, 103 S., mit zahlr. Abb. und Tab., ISBN 978-3-933066-30-5

Bilder vom Mauswiesel

findet ihr, wenn man H I E R draufklickt!

Weblinks

Commons: Mauswiesel – Bilder, Videos und Audiodateien

Arbeitskreis Wildbiologie - mit Bild

Mustela nivalis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2007. Eingestellt von: Mustelid Specialist Group, 1996. Version vom 12. Mai 2006

          

 

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