Geschlechtsreif gewordene Frettchen kommen normalerweise im Frühjahr nach der Geburt zum ersten Mal in die Ranz, etwa im Alter von 10 Monaten. Auch für ältere Tiere gilt, das die Paarungszeit, der Fachausdruck dafür ist Ranzzeit, im Frühjahr beginnt, meistens Ende Februar bis etwa Mitte März, und im Oktober wieder endet. Es ist aber schon beobachtet worden, dass sie auch früher oder später beginnen und enden kann, das ist von Tier zu Tier ganz verschieden.

Der Wechsel der Tageslänge zum Beginn des Frühlings, die Tage werden länger und die Nächte immer kürzer, bewirkt, dass nun ein ganz bestimmtes Hormon von der Hirnanhangsdrüse des weiblichen und auch des männlichen Frettchens ausgeschüttet wird, ein so genanntes follikelstimulierendes Hormon, kurz auch als FSH bezeichnet. Das bringt die sexuelle Aktivität oder auch den Paarungstrieb, der Frettchen im wahrsten Sinne des Wortes in Gang, denn nun sind das männliche und das weibliche Frettchen zum Geschlechtsakt bereit.

Eine Ranz dauert zirka sechsunddreißig bis zweiundvierzig Tage und kann sich bis Oktober mehrmals wiederholen, sie läuft in Intervallen ab.

Während der Ranz markieren männliche sowohl auch weibliche Tiere ihr Revier mit Kot und Urin durch hinübergleiten.

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Rüde und Fähe können während der Ranzzeit sehr unruhig werden, sie wirken wie überreizt, aber auch sehr anhängliche Tiere wurden beobachtet, sie suchten förmlich die Nähe ihres Menschen.

Gefressen wird in den meisten Fällen nur das Notwendigste, wodurch eine rapide Abnahme an Gewicht erfolgen kann, sowohl beim Rüden oder der Fähe.

Am Bauch und zwischen den Hinterbeinen kann es teilweise zu Fellverlust kommen, ist aber auch von Tier zu Tier recht unterschiedlich.

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Bei Gregor, einem Rüden von meinen Frettchen, ging auch regelmäßig das Fell am Schwanz aus. Dies wuchs erst nach Ablauf der Ranz wieder nach. Erst nachdem er kastriert wurde, verlor sich das Ausfallen des Felles am Schwanz.

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Rüden gehen während der Ranzzeit ganz besonders ruppig mit den Fähen um, was zu argen Verletzungen z.B. im Bereich des Nackens der Fähe führen kann.

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Aber auch hier wurde beobachtet, dass es auch Fähen gibt, die sich ruppig gegenüber dem Rüden verhalten, regelrecht abweisend. Siehe Film, der die Abwehrhaltung einer Fähe zeigt, bei Beginn der Ranzzeit. Zum Abspielen bitte anklicken--->

Das sicherste Merkmal für das Erkennen, dass sich die Tiere in der Ranz befinden, ist der veränderte Geruch der Tiere. Dazu muss gesagt werden, dass die Rüden einen strengeren Duft abgeben, als die Fähen.

Dass die Fähe in die Ranz gefallen ist, erkennt man sicher an folgenden Anzeichen: Die Geschlechtsöffnung, auch Vulva oder Schnalle genannt, die sich zwischen den Hinterbeinen befindet, kann von der Größe einer Erbse (rosafarben) bis zur Kirschkerngröße (eher blassrosa) anschwellen und sie sondert ein schleimiges Sekret ab, was die Schenkelinnenseiten und den Bauch der Fähe regelrecht nass erscheinen lässt. Achtung! Die feuchte Vulva ist der ideale Ort für Befall durch Bakterien und Viren!

Bilder findet ihr hier --->

Im Grunde sollte die Vulva der Fähe während des Sommers mehrmals an- und abschwellen, sodass die Ranz zwischendurch zurückgeht, doch größtenteils bleibt die Fähe mit kleinen Schwankungen bis zum Herbst, wenn die Tage wieder kürzer werden, in der Ranz.  Die Dauerranz bewirkt eine ständige Hormonausschüttung, die dann für die Veränderung des Blutes verantwortlich ist.

Die Fähen sind in der Ranz genau zu beobachten, denn sie können in die sog. Dauerranz verfallen. Achtung! Die Gefahr von einer Dauerranz besteht immer!

Die Dauerranz hatten wir bei unserer Betty nicht erkannt, sie verstarb an deren Folgen. Beim leisesten Verdacht auf Dauerranz bitte sofort zum Tierarzt, denn bei Nichtbehandlung kann das Tier daran sterben. Als mögliche Therapie könnte eine Kastration Abhilfe schaffen. Doch ist abzuwägen, ob die geschwächte Fähe die Narkose noch überstehen wird. Deshalb sollte rechtzeitig der Rat eines Tierarztes eingeholt werden, sobald der Verdacht auf eine Dauerranz besteht.

Definition der Dauerranz: Bekommen weibliche Frettchen nicht die Möglichkeit einen Wurf Junge großzuziehen, bleiben also ungedeckt, können sie in die Dauerranz verfallen, da nur der Deckakt den Eisprung und somit das Abklingen der Brunstsymptome auslöst. Durch die Dauerranz kommt es zu einem starken Anstieg des Geschlechtshormons Östrogen im Blut. Dies führt zu einer Schädigung des Knochenmarks. Das Knochenmark wiederum ist die Produktionsstätte für die weißen und roten Blutzellen. Können im Knochenmark nicht genügend Blutzellen hergestellt werden, entsteht ein lebensbedrohlicher Mangel im Blut. Die Fähen werden zusehends schwächer, haben blasse Schleimhäute und werden anfällig für Infektionen. Meist bekommen sie Fieber und verenden qualvoll, wenn man sich nicht rechtzeitig zum Tierarzt bringt. Fähen, die nicht zur Zucht bestimmt sind, sollten deshalb unbedingt im Alter von zehn Monaten kastriert werden.

Im fortgeschrittenen Stadium der Ranz kommen, mal abgesehen von der Fressunlust, auch ein Desinteresse, unkoordiniert erscheinende Bewegungsabläufe, das Erblassen der Schleimhäute und ein erhöhtes Schlafbedürfnis hinzu.

Dass der Rüde sich in der Ranz befindet, erkennt man am Größerwerden seiner Hoden, bis zu der Größe einer Haselnuss, wobei sein Fell ein stumpfes Aussehen erhält, der Fachmann sagt auch, es wird ranzig. Das Fell um den Hoden und den After herum sieht durch das Markieren gelblich aus.

Bilder findet ihr hier --->

Gegenüber anderen Frettchen verhalten sich die Rüden nun wesentlich aggressiver. Sie wollen jetzt nicht nur den "Boss" herauskehren, sondern sich mit allem paaren, was ihnen buchstäblich vor den Riecher läuft. Mein 2003 verstorbener Rüde Barny liebte es, sich in die Unter- arme seiner Menschen zu verbeißen, wobei er sich aufführte, als wenn er eine Fähe in seinen Fängen hätte. Erst lecken, dann zubeißen und dann verschleppen wollen. Tonino erwischte ich einmal dabei, wie er auf einen anderen Rüden aufsteigen wollte und Rufus versuchte es sogar mit meinen Hausschuhen. Von nichts und niemanden sind in die Ranz gekommene Rüden von ihrem Bedürfnis sich zu Paaren abzubringen. Natürlich gibt es auch dort Unterschiede, aber meine nicht kastrierten Rüden wollen eben nur noch das Eine.

 

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