Je größer eine Gruppe (Rudel) ist, desto schwieriger wird es sein, ein neues Mitglied zu integrieren. Es schaut für mich immer aus, als ob das Rudel regelrecht "zu machen" würde. Bei mir bestand das Rudel aus fünf Tieren, aus Fanny, Gregor, Elly,  Tonino und Balu. Neu hinzu kam Rufus im Juli 2003. Erst in den letzten Maitagen 2004 wurde er vom alten Rudel, mit Ausnahme von Tonino, anerkannt. Außer Elly, die hatte ihn sozusagen gleich als Sohn adoptiert.

Bilden nur vier oder auch fünf Frettchen ein Rudel, wird ein Tier, welches neu hinzukommt, unabhängig von seinem Geschlecht und seinem Alter, sofort mit freundlichem Gockern als Kumpel darin aufgenommen. In den meisten aller Fälle!

Kleine Reibereien mit etwas Gefauche, Gequietsche und Nackenbeißen sind harmlose Rangordnungskämpfe unter den Frettchen. Erst, wenn sich die Tiere dabei auch heftig schütteln, sich der Ranghöhere im Nacken des Rangniederen verbeißt und sich dabei mehrmals um die eigene Achse dreht, der Rangniedere vor lauter Angst unter sich macht (auch seine Analdrüsen entleert) und dabei herzzerreißend schreit, sollten sein Frauchen oder (und) Herrchen dazwischen gehen.

Die sich rivalisierenden Tiere sollten dann kurzfristig voneinander getrennt werden, um sich wieder zu beruhigen. Kurzfristig deshalb, weil jedes erneute Aufeinandertreffen der Tiere unweigerlich ein neues Aufgreifen und Ausfechten der Rangordnungskämpfe bedeutet.

Nur im Extremfall sollten sie auch mal für längere Zeit von einander getrennt eingesperrt werden. Leider gibt es aber sehr oft keine andere Möglichkeit als die Tiere, während der Nachtstunden oder wenn der Besitzer das Haus/ Wohnung verlässt, in verschiedene Käfige zu setzen.

Junge Tiere haben es in der Regel leichter in ein gefestigtes Rudel aufgenommen zu werden, da sie sich besser wehren können als ältere Tiere.

Welpen (bis zu einem Alter von ca. 4 Monaten) dagegen können manchmal so stark bekämpft werden, dass es besser für die Kleinen ist, wenn sie am Anfang nur mit den "freundlichen" Rudelmitgliedern in Kontakt treten. Sie dürfen aber niemals nur isoliert gehalten werden, da sie sonst das arttypische Sozialverhalten wieder verlernen würden, welches sie im Welpenalter ja erlernt haben. Solche Tiere würden bei jedem Kontakt zu den ihm fremden Frettchen sofort anfangen zu schreien. Sie sind dann ein leichtes Opfer der übrigen Rudelmitglieder und ein integrieren in eine bestehende Gruppe wird unmöglich.

Ein Jungtier, welches der neue Lebensgefährte für ein älteres Frettchen werden soll, wird am besten von diesem älteren Frettchen selbst ausgesucht. Natürlich nur, wenn es die Umstände erlauben. Dazu wird das ältere Tier am besten zu dem Züchter, bei dem man sich den oder die Neue abholen will mitgenommen. Beim Zusammentreffen setzt man das ältere Tier zu der Welpengruppe. Das ältere Frettchen wird dann einen Welpen seiner Wahl im Nacken ergreifen und versuchen diesen unter lautem Protest wegschleppen. Man sollte es nicht glauben, aber diese beiden Tiere werden für immer unzertrennliche Kumpel werden. Auch im neuen zu Hause wird sich dieser Vorgang wiederholt abspielen. Frauchen oder/und Herrchen brauchen sich um den Welpen aber keine Sorgen zu machen, es wird dem Neuen nichts geschehen, da das ältere Frettchen die Mutter- bzw. Vaterrolle übernommen hat. So geschehen bei Elly und Rufus.

Wenn das Jungtier aber in ein Alter kommt, wo es langsam geschlechtsreif wird, kann es eine große Belastung für das ältere Tier werden. Der Welpe wird anfangs spielerisch versuchen eine Rangordnung herzustellen, später können sich daraus aber ernsthafte Rangordnungskämpfe entwickeln. Eine vorhandene, aber nicht in Erscheinung getretene Herzschwäche, bei dem älteren Tier, kann dann in dieser Zeit entweder erstmals in Erscheinung treten (oder zum Ausbruch kommen) oder eine bereits bestehende Herzschwäche sich um einiges verschlimmern. Vielleicht lassen sich der oder die Besitzer dann zum Erwerb eines zweiten Jungtieres überreden. Damit können zwei gleich starke Tiere die normalen "Machtkämpfe" ausführen, wodurch das Alttier in Ruhe gelassen wird. Die Jungtiere werden sich mehr oder weniger heftig balgen, das ist von Tier zu Tier völlig verschieden, aber in den meisten Fällen ist das nicht böse gemeint. Sie lassen dabei das für Frettchen typische freudig erregte "Gockern" hören.

Sobald zwei Rüden so nach und nach geschlechtsreif werden (mache werden es bereits im Alter von 4 Monaten!), bekämpfen sie sich intensiver, das gilt natürlich auch für Geschwistertiere. Sie beißen sich gegenseitig in den Nacken und wälzen sich laut quietschend um die eigene Körperachse. Dadurch entstehen krustig aussehende Wunden. Dieses Verhalten der geschlechtsreif gewordenen Rüden lässt erst nach der Kastration nach. Dann werden sie auch untereinander zu friedlichen Gesellen. Fremde Rüden, auch wenn sie kastriert sind oder Fähen können aber wieder genau so bekämpft werden und es dauert oft lange Zeit bis sie akzeptiert sind. Geduld von Frauchen oder/und Herrchen sind durchaus gefragt!!! Hier spreche ich aus eigener Erfahrung, denn meine drei Rüden Tonino, Gregor und Balu taten sich wirklich sehr schwer damit mit Rufus Freundschaft zu schließen und Kumpels zu werden.

Ein kastrierter ältere Rüde ist dagegen viel eher bereit ein Weibchen, welches sich in der Ranz befindet, aufzunehmen als einen geschlechtsreifen jungen Rüden.

Nicht nur Rüden sondern auch fremde, kastrierte Fähen können sich sehr lautstark bekämpfen. Es kommt jedoch nicht zu solch schlimmen Verletzungen im Nacken wie es oftmals bei Rüden der Fall ist. Aber auch Fähen aus einem Rudel, die durch die Geburt ihrer Welpen zwangläufig eine Weile von einander getrennt waren, tragen Machtkämpfe oder eben Rangordnungskämpfe aus. Das habe ich mindestens 3 mal bei meinen Fähen Fanny und Elly erlebt, nachdem sie zum Rudel zurückkehrten. Sie haben sich gegenseitig immer wieder attackiert und dabei ihre Stinkdrüsen entleert. Gegeben hat sich dieser Zustand der Rangordnung herstellen immer nach ca. einer Woche.

Alle Tiere, die gar keinen oder lange keinen Kontakt zu anderen Frettchen hatten, verlernen das arttypische Sozialverhalten und gehen nur schwer eine neue Bindung oder Partnerschaft ein. Sie flüchten in eine Ecke und wehren schreiend jeden auch noch so harmlos gemeinten Kontakt ab. Genauso sollen auch Frettchen reagieren, die jahrelang nur zu zweit gehalten wurden. Sie können sich nur langsam auf das Verhalten eines anderen Frettchens einstellen. Aus Angst laufen diese Frettchen eigenartigerweise dem ranghöheren Tier hinterher und schreien ihm mit hohen schrillen Tönen ins Ohr. Für uns Menschen ist das oft ein völlig unverständliches Verhalten des Angst habenden Tieres, da das derart verfolgte Tier scheinbar völlig harmlos ist oder uns harmlos erscheint. Doch das schreiende Frettchen hat speziell mit diesem Frettchen oder mit anderen Frettchen schlechte Erfahrungen gemacht.

    

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