Der Baummarder oder Edelmarder (Martes martes) ist eine Raubtierart aus der Gattung der Echten Marder innerhalb der Familie der Marder (Mustelidae). Er lebt in Europa und Westasien und ist ein Waldbewohner. Anders als sein Verwandter, der Steinmarder, folgt der Baummarder dem Menschen nicht in die Nähe der Siedlungen.

 

Systematik

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Marder (Mustelidae)
Unterfamilie: Mustelinae
Gattung: Echte Marder (Martes)
Art: Baummarder
Wissenschaftlicher Name
Martes martes
(Linnaeus, 1758)

Der Körperbau

Das Fell des Baummarders ist kastanien- bis dunkelbraun gefärbt, der Kehlfleck ist gelblichbraun und nach unten abgerundet und nicht wie beim Steinmarder weiß und gegabelt. Das Winterfell ist lang und seidig, im Sommer sind seine Haare kürzer und rauer. Wie viele Marder hat er einen lang gestreckten Körper mit relativ kurzen Beinen, die Sohlen sind stark behaart. Der Schwanz ist relativ lang und buschig, er dient als Gleichgewichtsorgan beim Klettern und Springen. Der Kopf ist durch die dreieckigen, gelb geränderten Ohren charakterisiert, die Nase ist im Gegensatz zum Steinmarder dunkel. Die Kopfrumpflänge dieser Tiere beträgt 45 bis 58 Zentimeter, der Schwanz wird 16 bis 28 Zentimeter lang und ihr Gewicht beträgt 0,8 bis 1,8 Kilogramm. Männchen werden bis zu 30% schwerer als Weibchen.

Das Verbreitungsgebiet und der Lebensraum

Baummarder sind in weiten Teilen Europas und Westasiens beheimatet. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von den Britische Inseln bis in das westliche Sibirien, im Süden bis zu den Mittelmeerinseln und im Südosten bis zum Kaukasus und dem Elbursgebirge. Er fehlt auf Island, dem nördlichen Skandinavien und Teilen der Iberischen Halbinsel. Sein Lebensraum sind Wälder, vorwiegend Laub- und Mischwälder. Manchmal lässt er sich auch in großen Parkanlagen blicken. Im Gebirge findet man ihn bis zur Baumgrenze.

Die Lebensweise

Baummarder sind im stärkeren Ausmaß als andere Vertreter der Echten Marder Baumbewohner. Sie können sehr gut klettern und springen, wobei sie bis zu 4 Meter überwinden können. Sie legen in ihrem Revier einige Nester an, vorrangig in Baumhöhlen, manchmal aber auch in verlassenen Eichhörnchenkobeln oder Greifvögelnestern. In diese Ruheplätze ziehen sie sich tagsüber zurück, in der Dämmerung und der Nacht begeben sie sich auf Nahrungssuche.
Es sind territoriale Tiere, die ihr Revier mit dem Sekret ihrer Anal- und Abdominaldrüsen markieren. Gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen verteidigen sie ihre Reviergrenzen, das Territorium eines Männchens kann sich aber mit dem mehrerer Weibchen überlappen. Die Reviergröße ist sehr variabel, die der Männchen sind aber stets größer als die der Weibchen. Auch jahreszeitliche Unterschiede lassen sich beobachten, so sind die Territorien im Winter um bis zu 50% kleiner als im Sommer.

Die Nahrung

Baummarder sind Allesfresser, bevorzugen jedoch kleine Säugetiere (zum Beispiel Wühlmäuse und Eichhörnchen) sowie Vögel und deren Eier. Sie nehmen aber auch Reptilien, Frösche, Schnecken, Insekten und Aas zu sich. Früchte, Beeren und Nüsse können insbesondere im Spätsommer und Herbst einen Teil ihrer Nahrung ausmachen. Seine Beute tötet er durch einen Biss in den Nacken, im Spätsommer und Herbst legt er auch Nahrungsvorräte für die kalte Jahreszeit an.

Baummarder jagt Eichhörnchen,  Zeichnung von Walter Heubach

Die Fortpflanzung

Die Paarung erfolgt im Hochsommer, aber die Tragzeit wird durch eine Verzögerung der Keimentwicklung meist so weit hinaus geschoben, dass die Jungen erst im April zur Welt kommen. Ihre Entwicklung gleicht dem Steinmarder: Junge Baummarder sind bei der Geburt etwa 10 Zentimeter lang. Meistens befinden sich drei Junge im Wurf. Sie bleiben acht Wochen lang im Nest, bevor sie umherzuklettern beginnen. Mit 12 bis 16 Wochen sind sie selbstständig, bleiben aber manchmal noch bis zum nächsten Frühling in der Nähe der Mutter. Im zweiten Lebensjahr, mit rund 14 Monaten, werden sie geschlechtsreif, pflanzen sich aber oftmals erst im dritten Lebensjahr das erste Mal fort. Baummarder können bis zu sechzehn Jahren alt werden, sterben aber in freier Wildbahn meistens vor dem zehnten Lebensjahr.

Bilder vom Baummarder

findet ihr, wenn man H I E R draufklickt!

Der Baummarder und der Mensch

- Die Bezeichnung „Edelmarder“ stammt daher, dass sein Pelz früher weitaus begehrter war als der des Steinmarders. Durch die Pelzjagd ist die Art gebietsweise selten geworden, aufgrund ihres relativ großen Verbreitungsgebietes zählt sie aber noch nicht zu den bedrohten Arten. Problematisch ist jedoch der Umstand, dass die Art große, gut strukturierte Waldflächen benötigt, weshalb sie aus vielen Gegenden verschwunden ist.

- Da es schwierig ist, Baummarder artgerecht zu halten werden diese Tiere nur selten in Zoos gezeigt. Die einzige europäische Freianlage mit Baummardern befindet sich im Otter-Zentrum im niedersächsischen Hankensbüttel. Dort können zwei Baummarder in ihren Gehegen von einer Galerie aus beim Klettern in den Bäumen beobachtet werden.

- Eine größere Gruppe von Baummardern befindet sich im Alpenzoo in Innsbruck, wo unter Anderem auch Nachzucht betrieben wird.

Weblinks

Weitere Bilder und Informationen im Naturlexikon

Martes martes in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2007. Eingestellt von: Mustelid Specialist Group, 1996. Version vom 12. Mai 2006

          

 

Besucher laut Statistik bei 1und1

letztes update meiner HP am

seit dem  15.10.2001

04.10.2016

Die Seiten sind optimiert für den IE und einer Bildschirmauflösung 1680x1050 / Sides are optimized for the IE and a screen resolution of 1680x1050

Hinweis: Der Browser Mozilla Firefox zeigt nicht immer alle Grafiken korrekt an und verschiebt auch die Buttonleiste auf der linken Seite meiner HP.